Bekämpfung herkömmlich

In den ebenso raumgreifenden wie zeitintensiven Experimenten der österreichischen Schneckenbekämpfer haben sich am ehesten noch Schneckenzäune bewährt. Die an der Oberkante halbrund oder winklig geformten Bleche müssen jedoch lückenlos und tief genug eingegraben werden. Etwa 15 Zentimeter sollten sie unter die Erde reichen, damit auch Jungtiere an der Einwanderung gehindert werden. Überirdisch reichen rund zehn Zentimeter Barrikadenhöhe aus. Die Bleche müssen sauber gehalten werden, damit Gräser oder Zweige nicht als Kletterhilfen dienen. Angelegt werden Schneckenzäune im Frühjahr.

Chemische Waffen gegen Schneckeninvasionen finden sich unter vielen Bezeichnungen im Handel, wobei der Vielfalt jedoch vor allem drei Substanzen zugrunde liegen. An der Wirksamkeit der untersuchten Präparate hatten die Wiener Tester wenig auszusetzen, die Auswirkungen auf die Umwelt beurteilten sie ­ je nach Wirkstoffart ­ jedoch sehr unterschiedlich:

Metaldehyd dereguliert den Wasserhaushalt der Schnecken und führt durch starke Schleimproduktion dazu, dass die Tiere langsam absterben. Höhere Dosierungen können bei Menschen zu Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Krämpfen oder Atemdepressionen führen. Nach bisherigen Untersuchungen sind Igel, die metaldehydvergiftete Schnecken gefressen haben, zumindest nicht akut gefährdet. Im Boden wird Metaldehyd zu Essigsäure abgebaut.

Methiocarb als stark wirkendes Nervengift kann Wasser- und Bodenorganismen gleichermaßen schaden. Gefährdet sind auch Haustiere. Beim Menschen können Methiocarb-Vergiftungen zu Erbrechen, Durchfall, Atemnot und Lungenödemen führen. In den Produktkennzeichnungen darf der Methiocarb-Gehalt als „mindergiftig“ gekennzeichnet werden. Pflanzenschutzexperten warnen generell: Schneckenkorn sollte man nur verwenden, wenn Kinder und Haustiere von den behandelten Flächen ferngehalten werden können.

Eisen-III-phosphat wird, wie anderes Schneckenkorn auch, von den Schnecken vertilgt und bewirkt eine Fresshemmung. Die Tiere verkriechen sich in den feuchten Boden und verenden dort. Eisen-III-phosphat schadet anderen Gartenbewohnern nicht und wird als natürlicher Bestandteil des Bodens von Pflanzen als Nährstoff aufgenommen.

Ganz ohne Chemie:

  • Salatfallen
    Salatblätter unter einem nassen Sack locken die Tiere an
  • Bierfallen
    Locken leider auch andere Tiere an (bis ca. 20 m Radius); Nützlinge wie Mäuse, Laufkäfer oder Bienen werden Opfer dieser Trinkgelage
  • Katzen- bzw. Hundetrockenfutter
  • Tagetespflanzen
  • Petunien
  • Minze
  • Schafwolle

Natürliche Feinde der Nacktschnecken

  • Hühner (nur kleine Schnecken)
  • Igel (nur kleine Schnecken, keine Nacktschnecken)
  • Spitzmäuse (nur kleine Schnecken)
  • Laufenten (fressen aber auch Salat, sind laut und können abhauen)
  • Tausendfüßler (Eier)
  • Asseln (Eier)
  • Weinbergschnecke
  • Tigerschnegel (auch eine Nacktschnecke – aber eine gute)
  • Lederkäfer
  • Kröten

Töten von Nacktschnecken

  • Durchschneiden im vorderen Drittel
  • Absammeln der ca. 400 Eier je Schnecke im Herbst (Lieblingsstellen öfter kontrollieren)

Entsorgung von Schneckeneiern

  • Hausmüll
  • Liegenlassen (vertrocknen oder werden von Vögeln gefressen)

Entsorgung von toten Schnecken

  • Liegenlassen (lockt aber andere Schnecken an – Kannibalismus)

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